Klare Sicht auf ein unangenehmes Symptom

Kennen Sie das Gefühl, als hätte jemand Sand in Ihre Augen gestreut? Brennende, gerötete Augen, die sich müde und schwer anfühlen? Oder das Paradoxon, dass Ihre Augen ständig tränen? Willkommen im Club der Millionen Menschen, die unter trockenen Augen leiden – medizinisch Keratoconjunctivitis sicca oder Sicca-Syndrom genannt.

In unserer privatärztlichen Augenarztpraxis in Treuchtlingen gehören trockene Augen zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Patienten zu uns kommen. Und die Tendenz steigt: Durch stundenlanges Starren auf Bildschirme, klimatisierte Räume und eine zunehmend alternde Bevölkerung sind immer mehr Menschen betroffen. Zum Glück lassen sich trockene Augen gut behandeln – vorausgesetzt, wir erkennen die Ursache und wählen die richtige Therapie.

Übersicht Inhalt:

Was bedeuten trockene Augen?

Trockene Augen sind mehr als nur ein unangenehmes Gefühl. Es handelt sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung der Augenoberfläche, bei der der Tränenfilm gestört ist. Dieser hauchdünne Film, der Ihr Auge mit jedem Lidschlag überzieht, ist ein kleines Wunderwerk der Natur. Er besteht aus drei Schichten, die perfekt zusammenarbeiten müssen: die Schleimschicht, die direkt auf der Hornhaut haftet, die wässrige Schicht in der Mitte, die von Ihren Tränendrüsen produziert wird, und die ölige Lipidschicht ganz außen, die verhindert, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet.

Wenn dieses ausgeklügelte System aus dem Gleichgewicht gerät – sei es durch zu wenig Tränenflüssigkeit oder durch eine gestörte Zusammensetzung des Tränenfilms – sprechen wir von trockenen Augen. Der Tränenfilm reißt auf, die Augenoberfläche liegt ungeschützt frei, und Entzündungen können entstehen. Was zunächst nur lästig erscheint, kann unbehandelt zu chronischen Beschwerden und sogar zu Schäden an Hornhaut und Bindehaut führen.

Diese Symptome sind nicht zu unterschätzen:

Trockene Augen äußern sich auf vielfältige Weise, und interessanterweise müssen sich die Augen gar nicht unbedingt trocken anfühlen. Viele unserer Patienten sind überrascht, wenn wir die Diagnose „trockene Augen“ stellen, weil sie ganz andere Beschwerden im Vordergrund sehen. Die häufigsten Symptome sind:

  • Brennen, Stechen oder Jucken der Augen

  • Das Gefühl, Sand oder einen Fremdkörper im Auge zu haben

  • Gerötete, müde oder schwere Augen
  • Lichtempfindlichkeit, besonders bei hellem Licht, Bildschirmarbeit oder beim Autofahren in der Dunkelheit
  • Vermehrter Tränenfluss – paradoxerweise versucht das Auge, die Trockenheit durch mehr Tränenproduktion zu kompensieren
  • Schnelle Ermüdung der Augen beim Lesen oder am Computer

  • Verschwommenes Sehen, das kommt und geht

Wodurch entstehen trockene Augen?

Die Ursachen für trockene Augen sind vielfältig. In unserer Praxis unterscheiden wir zwei Hauptformen: die hypovolämische Form, bei der zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird, und die hyperevaporative Form, bei der die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. Letztere macht etwa 80 Prozent aller Fälle aus und wird meist durch eine Störung der Meibomdrüsen verursacht – jener winzigen Talgdrüsen am Lidrand, die das schützende Öl für den Tränenfilm produzieren.

Nie mehr trockene Augen

Ursachen erkennen & behandeln

Um die Ursache Ihrer trockenen Augen zu erkennen, führen wir eine sorgfältige Untersuchung durch. Wir sprechen ausführlich mit Ihnen über Ihre Symptome, Ihren Alltag und mögliche Grunderkrankungen oder Medikamente. Mit modernsten Geräten können wir anschließend feststellen, ob zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird oder ob die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist.

 

Individuelle Therapien für trockene Augen

Die Therapie trockener Augen richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Oft ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen sinnvoll. Unser Ziel ist es, Ihre Beschwerden zu lindern, Entzündungen zu stoppen und dauerhafte Schäden zu verhindern.

Tränenersatzmittel – das Fundament der Therapie

Künstliche Tränen sind das Rückgrat jeder Behandlung trockener Augen. Diese Augentropfen befeuchten die Augenoberfläche und stabilisieren den Tränenfilm. Wir empfehlen grundsätzlich Präparate ohne Konservierungsstoffe, da diese die ohnehin schon gereizte Augenoberfläche zusätzlich schädigen können.

Die Auswahl ist groß, und die Wahl des richtigen Präparats hängt von Ihren Beschwerden und der Ursache ab. Bei leichten Beschwerden eignen sich dünnflüssige Augentropfen mit Hyaluronsäure, die Sie mehrmals täglich anwenden können. Hyaluronsäure bindet Wasser sehr gut und haftet lange auf der Augenoberfläche. Zusätzlich können Wirkstoffe wie Dexpanthenol (Provitamin B5) helfen, das die Hornhaut pflegt und die Heilung unterstützt. Bei stärkeren Beschwerden empfehlen wir dickflüssigere Augengele oder Augensalben, die länger auf dem Auge verbleiben. Diese werden meist abends vor dem Schlafengehen angewendet, da sie vorübergehend die Sicht verschwimmen lassen können. Sie schützen das Auge über Nacht und verhindern das Austrocknen.

Ist Ihre Lipidschicht gestört, können Augentropfen mit Ölzusatz oder spezielle Augensprays helfen. Diese werden auf das geschlossene Lid gesprüht und verteilen sich beim Blinzeln über die Augenoberfläche. Sie ergänzen die Fettschicht des Tränenfilms und verhindern das zu schnelle Verdunsten.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Privatmedizin für alle

Lidrandhygiene und Wärmetherapie

Bei einer Meibomdrüsen-Dysfunktion ist die Lidrandpflege entscheidend. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit warmen Kompressen oder speziellen Wärme-Augenmasken die verstopften Drüsen wieder in Gang bringen. Die Wärme verflüssigt das zähflüssige Sekret in den Drüsen. Anschließend massieren Sie sanft die Lidränder, um das Sekret herauszudrücken. Regelmäßig durchgeführt – idealerweise täglich – kann diese einfache Maßnahme die Beschwerden deutlich lindern.

Behandlung von Grunderkrankungen

Sollten wir feststellen, dass eine Grunderkrankung wie das Sjögren-Syndrom, Rheuma oder eine Schilddrüsenerkrankung Ihre trockenen Augen verursacht, arbeiten wir eng mit Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt zusammen, um diese optimal zu behandeln. Auch wenn bestimmte Medikamente die Ursache sind, können wir in Absprache mit dem verordnenden Arzt möglicherweise auf besser verträgliche Präparate umstellen.

Privat- und Selbstzahlerpraxis
Privatmedizin für alle

Wann sollten Sie zum Augenarzt

Leichte, gelegentliche Beschwerden können Sie zunächst mit freiverkäuflichen Tränenersatzmitteln behandeln. In unsere Praxis sollten Sie aber auf jeden Fall kommen,

  • wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nach einigen Tagen nicht besser werden,
  • wenn Sie starke Schmerzen haben,
  • wenn sich Ihre Sehkraft verschlechtert,
  • wenn Ihre Augen stark gerötet sind oder eitriges Sekret absondern, oder
  • wenn Sie unter sehr schweren, den Alltag beeinträchtigenden Symptomen leiden.

Unbehandelt können chronische trockene Augen zu dauerhaften Schäden an Hornhaut und Bindehaut führen, im schlimmsten Fall sogar die Sehkraft beeinträchtigen.

Trockene Augen – was Sie selbst dagegen tun können

Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 20 Fuß (rund 6 Meter) Entfernung schauen. Das entspannt die Augen und regt das Blinzeln an. Bewusstes, vollständiges Blinzeln ist wichtig – beim Starren auf den Bildschirm blinzeln wir oft nur halb.

Sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit, besonders im Winter. Ein Luftbefeuchter kann helfen. Vermeiden Sie Zugluft und richten Sie Ventilatoren oder Klimaanlagen nicht direkt auf Ihr Gesicht.

Zigarettenrauch – ob aktiv oder passiv – ist Gift für Ihre Augen. Wenn Sie rauchen, ist der Rauchstopp eine der wirksamsten Maßnahmen gegen trockene Augen.

Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag unterstützen auch die Tränenproduktion.

Eine Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren (Fisch, Leinöl, Walnüsse) kann die Qualität des Tränenfilms verbessern. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3 können sinnvoll sein.

Tragen Sie Lidstrich und Mascara nicht zu nah am Lidrand auf, da sie die Meibomdrüsen-Öffnungen verstopfen können. Verwenden Sie hypoallergene, augenfreundliche und vor allem toxinfreie Produkte.

Wir sind für Sie da!

Wenn Sie Veränderungen an Ihrem Sehvermögen bemerken oder unsicher sind, ob Sie möglicherweise einen Grauen Star entwickeln, vereinbaren Sie gerne einen Termin bei uns. Wir untersuchen Sie gründlich mit modernster Technik, beraten Sie ehrlich und begleiten Sie auf jedem Schritt Ihres Weges zu besserem Sehen.

FAQ zu trockenen Augen

Das klingt paradox, ist aber eine typische Reaktion: Wenn der Tränenfilm gestört ist und die Augenoberfläche nicht richtig benetzt wird, registrieren Ihre Augen „Trockenheit“ und reagieren mit einer Notfall-Tränenproduktion. Diese wässrigen Reflextränen haben aber nicht die richtige Zusammensetzung und können den gestörten Tränenfilm nicht ersetzen. Deshalb fühlen sich die Augen trotz Tränenfluss weiterhin trocken an.
Das hängt von der Ursache ab. Wenn trockene Augen durch vorübergehende Faktoren wie eine Erkältung, eine besonders trockene Umgebung oder kurzzeitige Überanstrengung ausgelöst wurden, können sie sich von selbst bessern. Bei chronischen Ursachen wie Meibomdrüsen-Dysfunktion, hormonellen Veränderungen oder Grunderkrankungen ist jedoch eine dauerhafte Behandlung notwendig.
Das lässt sich pauschal nicht beantworten, da die beste Wahl von der Ursache und dem Schweregrad Ihrer trockenen Augen abhängt. Grundsätzlich empfehlen wir Präparate ohne Konservierungsstoffe. Bei leichten Beschwerden eignen sich dünnflüssige Tropfen mit Hyaluronsäure, bei stärkeren Beschwerden dickflüssigere Gele. Bei gestörter Lipidschicht sind ölhaltige Tropfen oder Sprays sinnvoll. Wir beraten Sie gerne individuell.

Konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel können Sie so oft anwenden, wie Sie es benötigen – manche Patienten brauchen sie stündlich, andere nur zwei- bis dreimal täglich. Präparate mit Konservierungsstoffen sollten Sie jedoch nicht häufiger als vier- bis fünfmal täglich verwenden, da die Konservierungsstoffe die Augenoberfläche schädigen können.

Das kommt darauf an. Bei leichten trockenen Augen können spezielle Kontaktlinsen für trockene Augen und befeuchtende Augentropfen helfen. Bei ausgeprägten Beschwerden raten wir jedoch zumindest zu regelmäßigen Pausen von den Kontaktlinsen oder zum dauerhaften Umstieg auf eine Brille. Sprechen Sie mit uns – wir finden gemeinsam eine Lösung.

Ja, in der Regel nimmt die Tränenproduktion mit zunehmendem Alter ab. Auch die Meibomdrüsen können im Alter weniger gut funktionieren. Deshalb sind ältere Menschen häufiger und oft auch stärker von trockenen Augen betroffen. Eine rechtzeitige und konsequente Behandlung kann aber auch im Alter die Beschwerden deutlich lindern.

Nachts produzieren die Augen weniger Tränenflüssigkeit, und bei manchen Menschen schließen die Lider im Schlaf nicht vollständig (nächtlicher Lagophthalmus). Beides führt dazu, dass die Augen morgens besonders trocken sind. Eine Augensalbe vor dem Schlafengehen kann hier sehr hilfreich sein.